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COPPÉLIA ANDROID Q1

Tanz-Schauspiel zum Thema Transhumanismus
von Sandra Maria Huimann
mit Wencke Kriemer de Matos und Holger Uwe Thews

 

"Absolut glänzend gelingt in diesem Zweipersonenstück die Synthese aus Tanztheater und Schauspiel. [ ]

Sandra Maria Huimann verhandelt also eine ganze (androide) Welt.[ ]

Erstaunlich, mit was für einem dramatischen Turbotempo Sandra Maria Huimann und Judith Zieprig fast alles Nützliche aus der Stoff- und Motivgeschichte aufgreifen: die Versuchung des Menschen zur Hybris, die Kollision zwischen Konstrukteur und technischer Kreatur, den triebgesteuerten Mann, die Einsamkeit des synthetischen Wesens. [ ]

Dafür gab es viel Bildung, ein fast zu sympathisch geratenes Beispiel für toxische Männlichkeit und das beeindruckend engagierte Dossier über die Risiken in einer technisch geprägten Gesellschaft."

​~ DIE DEUTSCHE BÜHNE,  Roland H. Dippel am 02.02.2019

"Der theatrale Blick auf die Grenzen von Menschen und Technik lohnt, wenn die Fragen auf dem schmalen Grat gestellt werden, wo das scheinbar Unvereinbare lustvoll aufeinanderprallt. Diese Spannungszustände nahm Sandra Maria Huimann denn auch ausgiebig unter die Lupe.
»Coppelia - Android Q1« ist ein Kammerspiel, das als Zweipersonenstück mit einer Tänzerin  und einem Schauspieler
aufwartet und sich in der Gattung zwischen Tanz und Theater nicht festlegt. ln einem »Smart Home«, in das der Techniker Ben gerufen wird, regieren Bildschirme, Überwachungskameras und intelligente Systeme. Bald darauf lernt er den androiden Diener des Hauses kennen, den er, in weiser Kenntnis der klassischen Literatur, Coppelia nennt.
E. Th. A. Hoffmanns Glasaugen aus dessen 1816 veröffentlichter Erzählung »Der Sandmann« taugen Huimann als roter Faden in ihrem Stück - im Weckglas liegen sie zunächst unschuldig auf dem Sideboard und da schon die Navi-Stimme aus dem Off weiblich tönt, ist relativ zeitig klar, dass auch die Geschlechter- und Beziehungsfrage im Laufe des Stücks Fahrt aufnehmen wird. Am Ende debattiert man über einen »sexy genius«, was eine von
bestimmt einem guten Dutzend Pandorabüchsen ist, die nach und nach geöffnet werden: Jede einzelne würde für ein weiteresTheaterstück taugen.
Offen lässt Huimann weitgehend, inwieweit das Stück in Richtung Drama oder Komödie ausschlägt, und das ist gut so, denn so kann sie die beiden Wesen in vielen Facetten von Begegnung und Kommunikation zeigen. [ ]

Vieles wird in »Coppdlia – Android Q1« sanft und wortreich angeboten, wo eigentlich hinter der Gazewand im Kopf Unvorstellbares auf den Sprungwartet - die Zuspitzung am Ende gelingt aber mit ohnehin minimalen Mitteln auf der Bühne hervorragend."

~ SAX, Alexander Keuk, Märzausgabe 2019

DIE TROERINNEN

von Jean Paul Sartre

Eine Kooperation der Landesbühnen Sachsen mit dem projekttheater dresden

"Sandra Maria Huimann eröffnet an den Landesbühnen Sachsen einen sehr gegenwärtigen Blick auf "Die Troerinnen" von Sartre.[ ]

Huimann hat Jean-Paul Sartres "Troerinnen inszeniert, ohne dessen Verweis auf Euripdes, dafür als "Mission accomplished", als erfüllte militärische Mission der Vereinigten Staaten von Griechenland, denen es nach zehnjähriger Belagerung gelungen ist, den Terrorstaat Troja zu besiegen.[ ]

Gleich darauf wird man geradezu hingesogen in das Disaster, das Inferno, das ausgemalt wird mit allem was Licht und Sound vermögen in der bedrückenden Enge eines mit Gazebahnen gnädig verhängten Raumes. Während ihre Stadt, während die Paläste brennen und die Sieger zur Heimkehr rüsten, harren die Frauen, Mütter, Schwestern, ihrer erschlagenen Männer, Söhne, Brüder im Keller einer Industriaanlage schutzlos ihres weiteren Schicksals, Jede vin ihnen hat ihr eigenens, hier so differnziert und seriös herausgearbeitet, dass hinter dem persönlichen Leid die ganze Geschichte eines ebenso mörderischen wie sinnlosen Krieges durchschaubar wird. [ ]

Huimann will zeigen, wie weit Nachrichten, Talkshows und Diskussionen in den sozialen Medienvon den Realitäten der Ereignisse, des Krieges entfernt sind, wie um Deutungshoheit und Scheinbedeutungen gestritten wird - letztlich auf Kosten oft ungezählter Opfer.[ ]

Viel Anerkennung für eine bebenso engagierte wie solide Inszenierung, die von Gewicht und Bedeutung her eigentlich einen größeren Raum verdient hätte."

~  Dresdner Neueste Nachrichten, Tomas Petzold

"Jean-Paul Sartres existenzialistische Abrechnung mit dem westlichen Kolonialismus rückt Regisseurin Sandra Maria Huimann nun in unsere Gegenwart . Immer wieder unterbricht sie die Spielhandlung um die überlebenden Frauen mit Fernsehbildern, die den Trojanischen Krieg als zynisches Medienspektakel zeigen.

[ ] Die Inszenierung konzentriert sich ganz auf die Frauen als Opfer eines Krieges der Männer. Krieg als Vergewaltigung, der Frauen zur Ware, zur Verfügungsmasse degradiert. Getragen von einem stark aufspielenden Ensemble."

~ Morgenpost, hn

SALOME - Ein ElectroDrama

von Oscar Wilde

"Sandra Maria Huimann beweist Mut bei ihrem Regiedebüt und schafft die Verknüpfung der freien mit der festen Szene solide. Der musikalische Einschlag beim "ElectroDrama" verwundert nicht, ist sie doch selbst Frontfrau musikalischer Projekte, wie MACHINE DE BEAUVOIR. Bei der ausverkauften Premiere am Freitag, der bis Sonntag noch zwei weitere Vorstellungen folgen, war der Beifall stürmisch."

~ Dresdner Neueste Nachrichten, Andreas Herrmann

"Die prominente Bühnenfassung diente den Landesbühnen als Vorlage zu einer experimentellen Neuinterpretation, der es gelingt, ein ungeahntes zeit- und gegenwartskritisches Potential freizusetzen. [ ]

Zu hämmernden Beats und farbig-dämmrigem Licht ertönt immer wieder die Stimme des Jochanaan, begleitet von den eingängigen Tanzperformances des Schauspielerensembles. Körperkult und Überwachung, Leistungssdenken und Identitätsverlust, Scheindemokratie und Umweltzerstörung. Dies sind die Themen, mit denen das Stück auf sehr suggestive Art konfrontiert [ ]

Auch die Dialoge tragen nicht zuletzt durch das ausdrucksstarke und doch feinfühlige Spiel zur schaurig-grotesken Endzeitsimmung bei. Die Überwachungszentrale, die den Bühnenbau darstellt, bleibt die ganze Zeit über von stummen Personal besetzt - so kann die Zivilisation auf vielen Monitoren ihren eigenen Untergang mitansehen."

~ Dresdner - Das Stadtmagazin, Willi Barthold