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Coppélia – Android Q1

Tanz-Theater-Abend zum Thema Transhumanismus von Sandra Maria Huimann

Premiere am 1. Februar 2019 an den Landesbühnen Sachsen
 
Regie: Sandra Maria Huimann

Choreografie: Wencke Kriemer de Matos

Musik: Jörg Schittkowski

Ausstattung : Irina Steiner

Dramaturgie: Judith Zieprig

"Absolut glänzend gelingt in diesem Zweipersonenstück die Synthese aus Tanztheater und Schauspiel. [ ]

Sandra Maria Huimann verhandelt also eine ganze (androide) Welt.[ ]

Erstaunlich, mit was für einem dramatischen Turbotempo Sandra Maria Huimann und Judith Zieprig fast alles Nützliche aus der Stoff- und Motivgeschichte aufgreifen: die Versuchung des Menschen zur Hybris, die Kollision zwischen Konstrukteur und technischer Kreatur, den triebgesteuerten Mann, die Einsamkeit des synthetischen Wesens. [ ]

Dafür gab es viel Bildung, ein fast zu sympathisch geratenes Beispiel für toxische Männlichkeit und das beeindruckend engagierte Dossier über die Risiken in einer technisch geprägten Gesellschaft."

​~ DIE DEUTSCHE BÜHNE,  Roland H. Dippel am 02.02.2019

"Der theatrale Blick auf die Grenzen von Menschen und Technik lohnt, wenn die Fragen auf dem schmalen Grat gestellt werden, wo das scheinbar Unvereinbare lustvoll aufeinanderprallt. Diese Spannungszustände nahm Sandra Maria Huimann denn auch ausgiebig unter die Lupe.
»Coppelia - Android Q1« ist ein Kammerspiel, das als Zweipersonenstück mit einer Tänzerin  und einem Schauspieler
aufwartet und sich in der Gattung zwischen Tanz und Theater nicht festlegt. ln einem »Smart Home«, in das der Techniker Ben gerufen wird, regieren Bildschirme, Überwachungskameras und intelligente Systeme. Bald darauf lernt er den androiden Diener des Hauses kennen, den er, in weiser Kenntnis der klassischen Literatur, Coppelia nennt.
E. Th. A. Hoffmanns Glasaugen aus dessen 1816 veröffentlichter Erzählung »Der Sandmann« taugen Huimann als roter Faden in ihrem Stück - im Weckglas liegen sie zunächst unschuldig auf dem Sideboard und da schon die Navi-Stimme aus dem Off weiblich tönt, ist relativ zeitig klar, dass auch die Geschlechter- und Beziehungsfrage im Laufe des Stücks Fahrt aufnehmen wird. Am Ende debattiert man über einen »sexy genius«, was eine von
bestimmt einem guten Dutzend Pandorabüchsen ist, die nach und nach geöffnet werden: Jede einzelne würde für ein weiteresTheaterstück taugen.
Offen lässt Huimann weitgehend, inwieweit das Stück in Richtung Drama oder Komödie ausschlägt, und das ist gut so, denn so kann sie die beiden Wesen in vielen Facetten von Begegnung und Kommunikation zeigen. [ ]

Vieles wird in »Coppélia – Android Q1« sanft und wortreich angeboten, wo eigentlich hinter der Gazewand im Kopf Unvorstellbares auf den Sprungwartet - die Zuspitzung am Ende gelingt aber mit ohnehin minimalen Mitteln auf der Bühne hervorragend."

~ SAX, Alexander Keuk, Märzausgabe 2019

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Hintergrund-Foto: Hagen König